Norm oder Normentwurf, was gilt eigentlich?

Heute soll der Beitrag die Frage beantworten: 

Von einer technischen Regel (Also Norm, Richtlinie) gibt es einen veröffentlichten Weißdruck und einen sogenannten Entwurf (ob Gelb oder Grün ist nicht entscheidend) welche der beiden ist einzuhalten?

Angenommen wie aktuell der Fall bei der VDI6023 – 1 gibt es einen Weißdruck, der Richtlinie welcher von 2013 ist und aktuell einen zweiten Entwurf von 2020. Die Frage die sich stellt: 

Welcher Teil der Richtlinie ist einzuhalten, sofern es in der Richtlinie (Entwurf und ursprüngliche Fassung) Abweichungen voneinander gibt? 

Bei der aktuell vorliegenden VDI6023-1 gibt es deutliche Unterschiede, wobei einige bereits behoben sind, denn diese wurden im Teil 3 klargestellt. 

Der Weißdruck erreicht den Status einer A.a.R.d.T.. Dieser wurde durch ein Fachgremium erarbeitet und danach durch die Fachwelt angenommen. Hier wurden nach Veröffentlichung des Entwurfes entsprechende Einsprüche formuliert. Diese Einsprüche müssen im großen Teil in der Richtlinie zu finden sein, sonst würde sich das System der Richtlinienarbeit als solches ad absurdum führen.  

Bei DIN-Normen wird häufig gerne kommuniziert, dass die Entwürfe bereits A.a.R.d.T. sind, nun dem möchte ich widersprechen, denn ein Entwurf bildet keine Einsprüche ab und ist die Meinung des Gremiums und nicht die der Fachwelt. 

Die Antwort zur Eingangsfrage ist allerdings etwas anders geartet. 

Was gilt? Norm- oder Normentwurf? 

Es kommt darauf an, was vertraglich vereinbart wurde. Wurde die Einhaltung einer Norm etc. explizit vertraglich vereinbart, nun dann ist, die Antwort hoffe ich klar. Bei allen anderen vertraglichen Konstellationen ist dem Grunde nach immer der Weißdruck einzuhalten, Ausnahmen bestätigen diese Regel. 

Die Ausnahme der Regel? Die VDI6023-1 (von 2013) zumindest in Teilen, welche in der VDI6023-3 veröffentlicht und hiermit überarbeitet wurden. Sollte es zu Widersprüchen in beiden Richtlinien kommen, zieht immer die A.a.R.d.T. 

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