Abweichung der Kosten bei Differenzzählung im Warmwasser

Wie in meinem Beitrag „Differenzzählung im Warmwasser zulässig?“ aufgeworfen, soll dieser Beitrag die Abweichung der Abrechenbaren Kosten im Rahmen der Nebenkostenabrechnung im Zusammenhang mit der Differenzzählung im Warmwasser betrachten. 

Die Wasserzähler, welche im Bereich von Wohnungen eingesetzt werden, sind was Ihre Bauart betrifft einfach gehalten, so dass diese kostengünstig und auch dem Zweck entsprechen. Die Normung der Wohnungswasserzähler lässt eine Abweichung von +- 10% zu. Diese Abweichung ist für den Zweck und Einsatzfall ausreichend. 

Wenn nun aber der Einsatzfall geändert wird, ist die Abweichung eventuell entscheidend und schließt die Differenzzählung im Warmwasser aus. Es gibt Wasserzähler, die bieten eine Messgenauigkeit an, welche unter 1% liegen, diese wären sicher für diesen Einsatzzweck zugelassen, jedoch sind diese meist zu teuer und werden nur bei Energiemanagement-Systemen eingesetzt. In der Wohnung wo es um die Abrechnung der Wasserkosten geht, finden diese hochwertigen Wasserzähler keinen Einsatz. 

Daher muss der Standard-Wasserzähler mit der Abweichung von +- 10% betrachtet werden. 

Um dies nun näher zu betrachten ist ein Blick in die Kosten sehr hilfreich, hiermit kann dies erläutert werden. Hierzu nehmen wir folgende Daten an: 

  • Mehrfamilienhaus mit 16 Wohneinheiten
  • Alle Wohnungen vermietet 
  • 6 Wohnungen an Familien mit 4 Personen 
  • 5 Wohnungen an Singlehaushalten 
  • 5 Wohnungen an Paaren 
  • Wasserkosten ca. 7,50 € / Qm
  • Wärmekosten ca. 2,50€ / Qm 

Wasserbedarf 

Der Warmwasserbedarf liegt bei ca. 45 Liter pro Tag und Person, dieser Bedarf wird in der folgenden Berechnung angesetzt.  

Singlehaushalt 365 Tage * 45 l/P * 116,50 QM
Familie 365 Tage * 45 l/P * 4 65,70 QM 
Paare 365 Tage * 45 l/P *2 33 QM
(Die Ergebnisse sind gerundet) 

Der Zirkulationsvolumenstrom liegt für jede Wohnung bei ca. 30 Liter / Stunde, was zu ca. 236 QM in einem hydraulisch richtig eingeregeltn Netz führt. Wie zu erkennen ist der Volumenstrom bei der Zirkulation bereits um das vierfache höher als wie der Wasserbedarf bei einer Familie. 

Wasserzählung (Differenz) mit Abweichungen 

WohnungWarmwasserzählerZirkulationszählerSummeAbweichung +-2%Abweichung +- 5% Abweichung +- 10% 
Single 16,5236 2535,0012,625,3
Familie 65,70236301,76,0015,130,2
Paar 332362695,413,526,9

Soweit ist, dass alles noch nicht so schlimm, denn die Abweichung würde den Anteil der zu zahlenden Kosten auf alle entsprechend aufteilen, was jedoch nur gegeben wäre, wenn entweder eine negative oder positive Abweichung bei den Wasserzählern gegeben ist. 

Da aber eine Abweichung sowohl in die negative und eine andere in die positive Richtung ausschlagen kann, gibt es am Ende hohe Differenzen. Dies würde sich dann entsprechend in den Kosten niederschlagen. 

Angenommen alle Wasserzähler liegen in einer Abweichung von 5% und einer würde eine negative Abweichung von -10% messen, wäre eine Kostenabweichung von bis zu 450.-€ bei einer Familie im Abrechnungsjahr realistisch. Auf die gesamte Dauer ist die Abweichung dann entsprechend höher. 

Fazit

Durch die Fehlergrenzen ist die Abweichung bei einer Differenzzählung des Warmwassers mit Zirkulation als nicht zulässig zu betrachten. 

Anmerkung, die Abweichung von 10% ist nur bei geringen Volumenströmen zulässig, was bei dem angenommen Zirkulationsvolumenstrom zulässig ist. Im Regelfall beträgt die Abweichung nach Richtlinie max. 6% im Betrieb von Wasserzählern.

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