Differenzzählung im Warmwasser zulässig?

Wenn Mehrfamilienhäuser gebaut werden und in diesen, große und komfortable Wohnungen errichtet werden, stößt man schnell an die Grenzen des Machbaren.

Angesprochen ist hier die Ausstoßzeit nach DIN 1988-Teil 200 an den weit entferntesten Zapfstellen. Gemäß der Norm muss nach einer Zeitdauer von 30 Sekunden, warmes Wasser mit mindestens 55°C erreichen.

In dem Beispiel welches als Strangschema (unten) eingefügt ist, sieht man drei Stellen in dem Gebäude, welche mit der Ausstoßzeit für das Warmwasser an der Entnahmestelle Probleme bekommen werden.

Jetzt werden entsprechende Lösungen gesucht und diese sollen, wenn möglich kostengünstig realisiert werden können.

Betrachtet man die Wohnungen, sind drei mögliche Lösungsansätze vorhanden.

1. Neue Aufteilung der Wohnung mit separatem Strang für die Küche.

2. Einsatz der Zirkulation bis zur Entnahmestelle, dies mit:

a. Differenzzählung
b. Einzelzählung der Entnahmestellen

Punkt 1 – ist meist mit der Anforderung nach einem neuen und zusätzlichen Schacht zu realisieren, wird aber häufig im ersten Anlauf abgelehnt. Da diese Variante die zu vermietende Fläche reduziert, wobei ein Schacht bereits vorhanden sein muss, für die Entwässerung. Hier würde ein etwa 10cm² größerer Schacht für die Warmwasserleitung mit Zirkulation ausreichen.

Dargestellt ist die obige Wohnung mit Bad und Küche. Dies stellt die ursprünglich angedachte Lösung dar. Hier wird die Ausstoßzeit von 30 Sekunden an der Küchenspüle überschritten.

2a – Wohnung mit Differenzzählung (PWH/PWH-C)

Kostengünstig und technisch machbar – aber auch sinnvoll?

Die Normen helfen hier nicht weiter. Die Heizkostenverordnung ist hier auch nicht hilfreich, da dieser Fall nicht betrachtet wird.

Einzig der Kommentar zur DIN1988 – Teil 200 sagt aus:

Eine Zirkulation des Trinkwassers warm über den Wasserzähler führt zu Fehlabrechnungen und ist deshalb unzulässig.

Kommentar aus DIN 1988-200

Recherchiert man bei den Herstellern und Abrechnungsdiensten, wird immer auf die Fehlergrenzen und die Messtoleranz der Zähler verwiesen. Da diese Abweichungen bis zu ±10% betragen können, ist eine Differenzzählung nicht im Sinne des Nutzers.

Warmwasserbedarf pro Nutzer ca. 11m³/a (Fehlergrenze ±1,1m³/a)

Zirkulationsvolumenstrom bei 100 l/h ca. 880 m³/a (Fehlergrenze ±88m³/a)

Der Unterschied ist eklatant und nicht tolerierbar. (Hierzu folgt eine genauere Betrachtung als Beitrag für das obige Beispiel)

2b – Wohnung mit Zählung PWH an der Entnahmestelle

Diese Variante wäre zulässig, jedoch entsteht hier ein deutlicher Mehraufwand an Messstellen. Denn an jeder Entnahmestelle müsste mindestens für Warmwasser ein eigener Zähler vorgesehen werden.

Vorteil sehr kurze Ausstoßzeiten des Warmwassers. Jedoch ist es sehr aufwändig die Wasserzähler so einzubauen, dass diese nicht störend wirken. Je nach Wohnungsbau, ergeben sich hierdurch eventuell Vermarktungsschwierigkeiten, bei den Wohnungen.

Am Ende ist die erste Lösung mit einem zusätzlichen Schacht für Warmwasser die wahrscheinlich wirtschaftlichste Lösung.

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