Das Raumbuch in der TGA und die Gefährdungsanalyse

Betrachtet man den untenstehenden Satz, ist man durchaus schnell geneigt diesem zuzustimmen und sagen, ja das stimmt. Diesen Umstand wollen wir in dem Beitrag genauer betrachten und feststellen, ob dies wirklich so stimmt.

„Raumbuch nach VDI/DVGW 6023 fehlt. Dieses ist eine Planungsgrundlage und daher eine planerische Grundleistung.“

Ein Satz mit einem großen Potenzial, vor allem dann, wenn aufgrund dieses Satzes ein Mangel festgestellt werden soll.

Stellt dies einen Mangel dar?

Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik?

Ja.

Nach dem Vertrag?

Schwierig, denn in 99,99% der Fälle kennt ein Gefährdungsanalyst nicht den Vertrag. Daher lässt sich diese Frage nur beantworten, wenn der Vertrag vorliegt und selbst dann ist die Feststellung eines Mangels immer noch schwierig.

Beginnen wir das ganze zu analysieren und genauer zu betrachten.

Raumbuch nach VDI/DVGW 6023 fehlt.

Die VDI/DVGW 6023, wie auch die VDI/BTGA/ZVSHK 6023-Blatt 1[E] fordern ein Raumbuch als Grundlage der Planung. Die VDI/DVGW 6023 weist allerdings auf die VDI 6028 – Blatt 1 hin in welcher derzeit das Raumbuch definiert ist, die neue Ausgabe VDI/BTGA/ZVSHK 6023 – Blatt 1, welche derzeit im Gründruck vorliegt, weist hier auf das ebenfalls neue Arbeitsblatt der VDI3810 – Blatt 2 [E] hin, in welchen ein Muster des Raumbuches für die Trinkwasser-Installation enthalten ist.

Somit stellen wir fest, dass die Feststellung richtig ist und ein Raumbuch fehlen kann.

Doch ist es ein Mangel?

Aus der Sicht des Gefährdungsanalysten ist es ein Mangel. Die allgemein anerkannten Regeln der Technik fordern ein Raumbuch.

Wer hat den Mangel zu vertreten?

Um dies beantworten zu können, muss man einen Blick in die HOAI werfen. Die Honorar Ordnung für Architekten und Ingenieure ist die Grundlage, wenn es um den Planungsvertrag geht.

Gemäß HOAI Anlage 15 ist das Raumbuch in Leistungsphase 2 eine besondere Leistung der Vorplanung und ist als solche keine Hauptleistung nach der HOAI.

Besondere Leistungen nach HOAI sind zu erbringen, wenn diese benötigt werden. Da das Raumbuch gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik benötigt wird, muss also das Raumbuch erstellt werden.

Wir wissen das ein fehlendes Raumbuch einen Mangel darstellt, doch wer den zu vertreten hat, kann immer nur dann geklärt werden, wenn der Vertrag bekannt ist.

Da das Raumbuch gemäß HOAI eine besondere Leistung ist, ist diese auch zu vergüten.

Stellen wir fest.

Raumbuch nach VDI/DVGW 6023 fehlt. Check – Tatsache lässt sich prüfen
Dies ist eine Planungsgrundlage Check – dies gemäß den A.a.R.d.T.
Planerische Grundleistung Fehler, gemäß HOAI eine besondere Leistung

Zusammenfassung

Ein Mangel nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik, muss keinen Mangel nach dem Vertrag darstellen.

Ich denke hier ist man gut beraten, wenn dies immer differenziert betrachtet und beschrieben wird. Als Sachverständiger hätte man in diesem Fall, einen Mangel in seinem eigenen Werk zu vertreten.

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