Quo Vadis Trinkwasserhygiene

Wohin geht es in der Trinkwasser-Installation?

Ich weiß diese Frage stellt sich vielleicht nicht jeder, doch betrachtet man die Historie der Aussagen zur Trinkwasserhygiene, wird einem schnell bewusst:

Das mal wieder ein neuer Trend durchs Dorf getrieben wird.

Betrachten wir die Historie der vergangenen 8 Jahre.

(2011 – 2013) Durschleifen ist die Lösung.
(2014) Durchschleifen ist doch nicht die Lösung.
(2014 – 2017) Dezentrale Wohnungsübergabestationen sind die Lösung.
(2017 – …) Dezentrale Wohnungsübergabestationen sind doch nicht die Lösung.
(2011 – 2017) Hygienespülungen sind die Lösung.
(2015 – …) Automatische Armaturen sind die Lösung.
(2018 – …) Ultrafiltration ist die Lösung.
(2019 – …) Kaltwasserzirkulation ist die Lösung.
(2019 – …) Trinkwasserhygiene 4.0 ist die Lösung.

Ja was denn nun?

Was ist „die“ Lösung?

Die eine Lösung wird es nie geben.

Warum?

Die Lösungen sind nur dazu gedacht etwas zu verkaufen. Was grundsätzlich nicht schlimm ist, es ist nur ein bisschen wie beim Waschmittel. Jedes neue Waschmittel, wäscht ein bisschen weißen als der Vorgänger, nur einen Unterschied erkennt man nicht.

Nochmal zurück zum Warum es „die Lösung“ nie geben wird.

Die Gebäude sind alle Einzelmaßnahmen und auf ihre Art unterschiedlich.

Hinzu kommen die „störenden“ Nutzer der Trinkwasser-Installation.

Was fehlt in der Trinkwasserhygiene?

Ein ganzheitlicher Ansatz, der das Gebäude und seine Nutzer betrachtet.

Trinkwasserhygiene erreicht man nicht dadurch das man den Finger hebt und dem UsI (Betreiber & Nutzer) mitteilt:

Du machst alles falsch, ach und morgen ja wieder.

Woher bitteschön soll der UsI es denn wissen?

Er muss sich informieren.

Hand aufs Herz.

Kennen sie bereits die neuen UBA-Veröffentlichungen und wenden diese an? Nein?

Kurze Abschlussbemerkung

In dem Beitrag überspitze ich absichtlich ein klein wenig, jedoch wissen sie was sich hinter Trinkwasserhygiene 4.0 verbirgt? Klar doch, die neuen Produkte eines Herstellers.

Das ist nicht schlimm, ich finde nur das wir im Bereich Trinkwasser-Installation in die falsche Richtung laufen.

Deswegen spreche ich auch vom „störenden Nutzer“ damit meine ich jeden der eine Trinkwasser-Installation nicht bestimmungsgemäß betreibt und auch hier Hand aufs Herz, betreiben sie ihre Trinkwasser-Anlage zuhause richtig? Das kann ich mir bei der Flut an Verordnungen und Vorschriften überhaupt nicht vorstellen.

Der Schutz der Nutzer ist wichtig, aber der Schutz muss auch umsetzbar sein.

Hierzu ein kleines Beispiel:

Googlen sie mal: Konformitätserklärung Trinkwasser

Sie werden auf Herstellererklärungen treffen, die diese Konformität bestätigen sollen. Die UBA-Positivliste Metalle gilt bereits seit dem 10.April 2017. Die UBA-Positivliste forderte bereits seit 2017 diese Konformität allerdings durch einen unabhängigen Zertifizierer, allerdings diese unabhängigen Zertifizierungen gibt es bis heute nicht. Jetzt überlasse ich es ihrer Fantasie, was geschehen würde, wenn im Jahr 2017 die Vorlage dieser Bescheinigung nach UBA-Werkstoffliste bei der Abnahme als Mangel aufgeführt wurde?

Dies ist nicht erfüllbar, aber in einer Richtlinie eingeflossen und bereits seit zwei Jahren gültig. Herzlichen Glückwunsch.

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