Probenahme Legionellen vor Bauabnahme im Neubau

Folgende Ergänzung ist für den Beitrag Probenahme vertraglich fixieren

Die VDI/BTGA/ZVSHK 6023 – Blatt 1 gibt in der Tabelle 1 klare Empfehlungen welche Untersuchungen im Rahmen der Inbetriebnahme von Trinkwasserinstallationen durchgeführt werden sollen. Legionellen sind hier nicht erwähnt, jedoch sind die Angaben aus der Tabelle 1 der VDI6023/1 nur Mindestanforderungen.

Welcher Grund könnte es sein, weshalb Legionellen nicht in der VDI 6023-Blatt 1 genannt werden?

Legionellen kommen im Biofilm vor. Legionellen benötigen diesen Biofilm zur weiteren Vermehrung und wir wissen, dass Biofilm einen gewissen Zeitraum benötigt, um sich zu bilden. Ferner sind zur Bildung von Biofilm noch mehrere Faktoren notwendig, welche durch das Einhalten der VDI 6023 – Blatt 1 ausgeschlossen werden können.

  • Einsatz der richtigen Werkstoffe und Einhaltung der Richtlinien des Umweltbundesamtes (Metalle und Kunststofflisten)
  • Vermeidung von Stagnation
  • Einhaltung der richtigen Temperaturprofile

Das alles ist in der VDI 6023 – Blatt 1 nachzulesen und bekannt.

Natürlich ist der nachfolgende Grund ein nachvollziehbarer, dennoch wird dieser keinen Bestand haben und es bleibt abzuwarten, bis dies geklärt ist.

Die Abnahme der Bauleistung stellt den Zeitpunkt dar, ab welchen gemäß dem Regelwerk die Beweislast umgekehrt wird. Jetzt könnte man ja sagen, wenn zum Zeitpunkt der Abnahme keine Legionellen vorhanden waren, dann ist die Leistung mangelfrei.

Der Nachweis wäre die Untersuchung auf Legionellen in der Trinkwasseranlage.

Hier stellt sich dann aber die Frage:

Reicht es aus, wenn es zum Zeitpunkt der Abnahme keine Legionellen gibt?

Wobei davon auszugehen ist, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Legionellen geben kann.

Was geschieht, wenn bei der ersten systemischen Untersuchung Legionellen gefunden werden?

Es muss eine Gefährdungsanalyse in der Trinkwasser-Installation durchgeführt werden, wobei diese:  

Verstöße gegen Normen und Richtlinien aufdecken wird.

Ist das jetzt ausreichend, dass die Untersuchung der Legionellen zur Bauabnahme durchgeführt wird und damit der Nachweis geführt wird, dass keine Legionellen in der Anlage waren?

Ich glaube die Antwort ist einfach: Nein.

Anmerkung: Hierzu sollten sie einen Rechtsbeistand kontaktieren.

Mir geht es in meinem Beitrag nur darum, die gut gemeinten Ratschläge zu beleuchten und fachlich zu betrachten.

Was kann man jetzt tun, um seine Haftung in dem Zusammenhang möglichst zu reduzieren?

Die Antwort liefern die Allgemein anerkannten Regeln der Technik.

In Kurzform:

  • Sorgfalt bei der Ausführung und einhalten der A.a.R.d.T.
  • Hygiene-Erstinspektion
  • Instandhaltung
  • Betrieb

Kurze Anmerkung, Hierzu werden noch weitere Betrachtungen folgen. Einmal aus der Sicht des Auftraggebers der vorsorglich untersuchen lassen will. Abschließen wird diese kleine Beitragsserie mit einer Betrachtung, was geschieht, wenn Legionellen zur Abnahme vorhanden sind.  

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