Das Prinzip Ultrafiltration

Wie bereits in meinem vorherigen Beitrag geschrieben, ist Ultrafiltration als Prinzip bereits seit 1907 bekannt.

Bei der Ultrafiltration im Trinkwasser gibt es zwei Anwendungen, welche in der Praxis zu finden sind:

  1. Als endständige Filtration, Legionellenfilter
  2. Als Filtration im Durchflussprinzip

Die Variante 1 ist als Sofortmaßnahme in Bereichen der Trinkwasser-Installation anerkannt. Hier werden zum Beispiel die Brauseköpfe ausgetauscht und gegen entsprechende Filter ausgestattet. Dies ist eine kurzfristige Maßnahme und dient dazu den Betrieb aufrecht zu erhalten, während die Trinkwasser-Installation saniert wird.

Die Variante 2 als leitungsgebundene Filtration ist, welche ich in meinen Beiträgen besprechen will. Bei dieser Variante soll in das Leitungsnetz des Gebäudes eine Ultrafiltrationsanlage eingebaut werden.

Hier ist es dann die Aufgabe der Anlage: Legionellen und alle anderen unerwünschten (sowie erwünschte) Inhaltsstoffe aus dem Trinkwasser zu filtern.

Dies funktioniert mit aller Wahrscheinlichkeit recht gut. Die Wirksamkeit der Ultrafiltrationsanlagen ist mit 98-100% Filtrationsergebnis hoch wirksam. Das bedeutet viele der Inhaltsstoffe des Trinkwassers, werden herausgefiltert. Legionellen, Keime und Viren werden mit einem hohen Maße aufgehalten.

Wo liegt dann das Problem?

Wenn die Anlagen genau das tun, was sie sollen?

Das Problem ist, dass in der Anlage (Ultrafiltration) eine extrem hohe Konzentration an Inhaltsstoffen angereichert werden (wie Legionellen).

Die Gefahr der Rückverkeimung in das angeschlossene Trinkwassernetz ist hierbei hoch. In der Norm wird definiert, dass solche Filter mit einer Maschenweite <80nm mit einer Sicherung der Kategorie 5 (freier Auslauf) abgesichert werden müssen. 

Die Absicherung der Kategorie 5 ist die einzige sichere Maßnahme um eine rückwärtsgewandte (retrograde) Verkeimung wirksam zu verhindern.

Weiterhin ist der Wartungs- und betriebliche Aufwand von Ultrafiltrationsanlagen hoch. Diesen Anlagen müssen dauerhaft überwacht werden, denn ein Materialversagen der Anlage hätte zur Folge, dass die zurückgehaltenen Stoffe in das zu schützende Leitungsnetz in einer hohen Konzentration gespült würden.

Die Folgen in so einem Moment sind unüberschaubar und können dem Grunde nach nicht benannt werden.

Die Technik als solches hat ihre Anwendungsfelder (Aufbereitung Reinstwasser, Aufbereitung Schwimmbeckenwasser, Aufbereitung von belasteten Wässern und andere) ob in der Trinkwasser-Installation der richtige Anwendungsbereich ist, darf in Frage gestellt werden.

Diese Anlagen unterliegen einem höheren Inspektions- und Wartungsaufwand. Allein bei den Punkten „Wartung und Filter“ gibt es genügend Beispiele, die zeigen, dass eine Wartung teilweise nicht durchgeführt wird. Da sind Trinkwasser-Filter zu finden, die seit dem Einbau nicht gewartet wurden.

Ultrafiltration an sich ist gut, ob jedoch in der Trinkwasser-Installation im Durchflussprinzip als Lösung geeignet, dass muss erst noch festgestellt werden.

Prinzipbeschreibung (vereinfacht)

Das Trinkwasser wird durch Membranen geleitet. Durch die kleine Maschenweite der Membranen (ca. 2 bis 80 nm) werden die Inhaltsstoffe wie Legionellen und andere aufgehalten (filtriert).

Ein Teil des Wassers wird abgeleitet und der andere wird als Filtrat verwendet.

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