Temperaturmessungen in Gefährdungsanalysen von Trinkwasser-Installationen

Mit meinem heutigen Thema betrachte ich das Thema Temperaturmessungen bei Gefährdungsanalysen von Trinkwasser-Installationen.

Speziell geht es um die Betrachtung und Interpretation von Messungen der Temperatur im Trinkwasser.

Hierzu habe ich folgende Agenda:

  • Warum?
  • Mangel?
  • Messtechnik
  • Ein Beispiel
  • Fazit

Das Ziel des Beitrages ist es auf einen Umstand aufmerksam zu machen, welcher durchaus oft außer Acht gelassen wird:

Die Messtoleranzen bzw. die Messungenauigkeit

Warum?

Hierzu habe ich ein Beispiel aus einer Gefährdungsanalyse genommen, mit welcher ein Mangel in dem Gutachten festgestellt wurde.

Aus einer Gefährdungsanalyse

Speziell geht es um die bemängelte Temperatur von 54°C, diese Temperatur wurde nach Ablauf von 3 Litern Warmwasser gemessen.

In dieser Gefährdungsanalyse wurde bemängelt, dass die Warmwassertemperatur zu niedrig ist.

Jetzt stellt sich die Frage:

Ist dies ein Mangel?

Nach DIN 1988 – Teil 200 (3.6) ist an der Entnahmestelle eine Temperatur von mindestens 55°C im Warmwasser nach 30 Sekunden zu erreichen.

Somit könnte die Frage wie folgt beantwortet werden:

Ja dies stellt einen Mangel nach DIN1988 – Teil 200 dar.

So steht es in der Norm.

Ich frage nochmal ist dies ein Mangel, oder könnte es sein, dass die 54°C ausreichend sind?

Sie sind der Meinung, dass dies einen Mangel darstellt?

Wirklich?

Ich bin es mir nicht. Hier ist eine genauere Betrachtung erforderlich, denn:

Messgeräte haben eine Toleranz.

Messgeräte

Jedes Messgerät hat aufgrund verschiedener Aspekte, technische Abweichungen. Hier kommt es stark auf das verwendete Messgerät an.

Für meine Berechnung habe ich einen Verkaufsschlager eines Onlinehändlers verwendet. Die Abweichung wurde hier mit 2 Prozent des Messwertes angegeben.

Dieser Umstand der Messungenauigkeit hat zur Folge, dass Messwerte interpretiert werden müssen.

Betrachten wir hierzu folgendes Beispiel.

Beispiel

Unser Messwert hat 54°C ergeben, dies wurde mittels Temperaturmessung ermittelt und begutachtet.

Der Sollwert gemäß DIN 1988 – 200 beträgt 55°C nach 30 Sekunden Wartezeit.

Die Messungenauigkeit ergibt eine Abweichung von 1,08 Kelvin.

(Rechnung: Messwert * 2%) = 54 * 0,02

Somit ergeben sich zwei Werte, welche betrachtet werden müssen.

55,08°C und 52,98°C.

Betrachten wir dies und ziehen unseren Schluss daraus.

  • Im Fall der negativen Abweichung des Messgerätes, würde kein Mangel vorliegen.
    Messwert = 54°C (Anzeige)
    Echter Wert = 55,08°C (positive Toleranz)

Das Messgerät zeigt weniger an, als die tatsächliche Temperatur ist.

  • Im Fall der positiven Abweichung des Messgerätes, würde ein Mangel vorliegen.
    Messwert = 54°C (Anzeige)
    Echter Wert = 52,98 (negative Toleranz)

Das Messgerät zeigt mehr an, als die tatsächliche Temperatur ist.

Wichtig ist das jeweilige Messgerät und dessen Genauigkeit.

Fazit

Das Fazit welches hier gezogen werden kann:

  1. Die Angabe des Messgerätes muss in einer Gefährdungsanalyse erfolgen.
  2. Es muss eine Angabe zur letzten Kalibrierung mit angegeben werden.
  3. Eventuell muss ein genaueres Messgerät eingesetzt werden.

Zum Abschluss muss man sich dann die Frage stellen wer hat den Mangel verursacht? Der Gutachter oder der Installateur? Dies könnte nur durch erneute Messungen festgestellt werden, was wiederum Kosten verursachen würde.

Kleine Ursache – Große Wirkung

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