Malen nach Zahlen?! Gefahrenpotenzial der Legionellen

Bewertung des Gefahrenpotenzials in Gefährdungsanalysen der Trinkwasser-Installation

Die unten abgebildete Matrix findet man immer wieder in Gefährdungsanalysen, entweder in dieser Form oder in abgewandelter Form. Mit diesem Beitrag soll diese Matrix betrachtet werden.


Risikomatrix zur Bewertung der vorgefundenen Mängel

Mit diesem Schaubild (Matrix) wird versucht, vorgefundene Mängel in einer Trinkwasser-Installation zu bewerten. Mit Ausgabe der VDI/BTGA/ZVSHK 6023-2 wurde diese Darstellung der Risikomatrix als nicht zielführend betrachtet, weswegen dies auch nicht im aktuellen Weißdruck enthalten ist. Im Folgenden möchte ich diese Matrix in zwei Bestandteile aufbrechen und weiter betrachten.

Teil 1 der Einfluss auf die Trinkwasserqualität

Einfluss auf die Wasserqualität eines Mangels

Diesen Teil kann jeder Sachverständige im Rahmen einer Gefährdungsanalyse bewerten. Denn die Kenntnis welcher Mangel, welchen Einfluss auf die Trinkwasserhygiene hat, dies ist eine der Grundvoraussetzungen für den Sachverständigen. Dies in einer Matrix darzustellen, sollte sich als nicht allzu schwierig erweisen.

Teil 2 das Gefahrenpotenzial

Gefahrenpotenzial des Nutzers

Hier soll anhand eines vorgefundenen Mangels, eine Abschätzung des Gefahrenpotenzials für einen Nutzer beziehungsweise eine Gruppe von Nutzern erfolgen.

Hier stellt sich mir die Frage, wie soll das ein Techniker können?

Legionellen sind ab einer gewissen Konzentration für jeden Menschen eine potenzielle Gefahr. Ob diese Gefahr nun gering, mittel oder hoch ist, wie soll dies beurteilt werden?

Wir reden hier über den individuellen Menschen und seiner persönlichen Gesundheit. Ich denke das hier noch nicht einmal Mediziner sich dazu hinreißen lassen würden und eine schriftliche Stellungnahme abgeben würden.

Man muss sich die Frage stellen ob dies überhaupt von einem Techniker geleistet werden kann. Und wollen wir als Techniker dies überhaupt?

Bunte Bildchen sind immer ganz schön. Jedoch reden wir hier von einem Gutachten, welches aufgrund der Anforderung – richtig sein muss.

Mein Fazit

Der Einfluss eines Mangels auf die Trinkwasserqualität zu bewerten ist eine Aufgabe, welche in einer Gefährdungsanalyse durchgeführt werden muss. So ist es auch in der VDI/BTGA/ZVSHK 6023-2 unter den Punkten 5.8. Gesamtbewertung und Punkt 5.9. Handlungsempfehlungen zu sehen.

Das Gefahrenpotenzial eines Nutzers einzuschätzen ohne medizinische Kenntnisse zu haben, sehe ich als gefährlich an. Was ist denn wenn geschätzt wird das Gefahrenpotenzial ist gering und es stellt sich heraus, es war hoch? Dies darf sich jeder gerne überlegen.

Ob man diese Matrix anwendet oder nicht, bleibt auch jeden überlassen. Dies ist nur eine Anmerkung zu einem wieder aktuell werdenden Thema.

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