Wie wird eine Gefährdungsanalyse durchgeführt?

Eine Gefährdungsanalyse wird in dem jeweiligen Gebäude mit der dazugehörigen Trinkwasseranlage erstellt. Die Begutachtung muss die gesamte Trinkwasseranlage umfassen. Je nach Wasserversorgungsanlage empfiehlt sich folgende Vorgehensweise zur Erstellung der Gefährdungsanalyse:

  1. Termin zur Ortsbegehung vereinbaren
  2. Vorgespräch mit Verantwortlichen der Wasserversorgungsanlage
  3. Sichtung der Unterlagen zur Wasserversorgungsanlage
  4. Durchführung der Gefährdungsanalyse mit Bestandsaufnahme
  5. Erstellung der Gefährdungsanalyse
  6. Übergabe der Gefährdungsanalyse an Verantwortlichen ff

Betrachten wir im Folgenden die einzelnen Punkte.

Termin zur Ortsbegehung vereinbaren

Wichtig ist hierbei, dass die gesamte Trinkwasseranlage begangen werden kann. Der Sachverständige muss sich ein umfangreiches Bild der Trinkwasseranlage machen können. So ist es notwendig auch Wohnungen oder vermietete Bereiche begehen zu können. Dies ist notwendig, da die Ursachen für eine Verunreinigung mit Legionellen, auch in diesen Bereichen zu suchen ist. Daher sollte der Termin rechtzeitig bekannt gegeben werden und die Nutzer der Anlage, auf den Umstand hinzuweisen, dass ihre Anwesenheit notwendig ist.

Vorgespräch mit Verantwortlichen der Wasserversorgungsanlage

Mit diesem Gespräch kann der Sachverständige, wichtige Dinge im Zusammenhang mit der Trinkwasseranlage in Erfahrung bringen, zum Beispiel gab es Störungen seitens der Heizungsanlage und andere Vorkommnisse, welche den Betrieb gestört haben. Dies sind wichtige Parameter, welche eine Gefährdungsanalyse betrachten muss, ohne diese Abfrage, ist eine Gefährdungsanalyse als wertlos anzusehen.

Sichtung der Unterlagen zur Wasserversorgungsanlage

Die Unterlagen sollten bereits im Vorfeld durch den Sachverständigen gesichtet werden. Eine genaue Kenntnis der vorhanden Unterlagen des Gebäudes sind für den Sachverständigen notwendig und für die Erstellung der Gefährdungsanalyse empfohlen. Durch die Sichtung der Unterlagen, kann der Sachverständige erste Unstimmigkeiten, zwischen Plan und tatsächlichen Stand der Wasserversorgungsanlage erkennen.

Durchführung der Gefährdungsanalyse mit Bestandsaufnahme

Durch die Bestandsaufnahme erhält der Sachverständige einen Gesamtblick auf die Trinkwasseranlage und kann Abweichungen in den Unterlagen, später verifizieren. Ohne diese Bestandsaufnahme, lässt sich schwer eine veränderte vor Ort vorgefundene Anlage feststellen.

Die Gefährdungsanalyse selbst, wird durch Begutachtung der Trinkwasseranlage erstellt. Hierbei ist es notwendig, dass der Sachverständige entsprechende Dokumentation in Bild und Schrift erstellt.

Erstellung der Gefährdungsanalyse

Hier ist der Sachverständige gefordert, er erstellt hier sein Gutachten mit den Empfehlungen zur Sanierung der Trinkwasserinstallation. Hierbei sind alle Abweichungen von den allgemein anerkannten Regeln zu erfassen und zu dokumentieren.

Übergabe der Gefährdungsanalyse an den Verantwortlichen

Ich möchte hier dafür plädieren, dass dies persönlich geschieht. Hierbei lässt sich die Gefährdungsanalyse mit dem Auftraggeber besprechen und dieser hat die Möglichkeit Fragen zu stellen. Vorstellbar ist auch, dass aufgrund der zeitlichen Anforderungen an die Gefährdungsanalyse diese auch vorab an den Auftraggeber gesendet wird, eine Durchsprache der Gefährdungsanalyse sollte im eigenen Interesse des Sachverständigen sein. So kann der Sachverständige sicherstellen, dass sein Auftraggeber sein Werk kennt und die Abnahme vollzieht.

Diese sechs Schritte sollten zu jeder guten Gefährdungsanalyse gehören. Nicht alles davon ist im Rahmen der Trinkwasserverordnung gefordert.

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