Gefährdungsanalyse im Trinkwasser

Im Bereich der Wasserversorgungsanlage (Trinkwasserinstallation) im Gebäude gibt es zwei auslösende Faktoren für eine Gefährdungsanalyse. Die eine und wohl bekannteste ist die Gefährdungsanalyse nach Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes für Legionellen, oftmals auch als Gefährdungsanalyse nach Trinkwasserverordnung bezeichnet. Die andere Gefährdungsanalyse und weniger bekannte ist die systembedingte Gefährdungsanalyse und wird dann sinnvoll sein, wenn zu vermuten ist, dass von der Wasserversorgungsanlage eine Gefährdung für die Nutzer entstehen könnte.

Die Trinkwasserverordnung regelt im Paragraphen 4 das sogenannte Vorsorgeprinzip, aufgrund dessen darf eine Gefährdung der Nutzer durch Krankheitserreger nicht zu besorgen sein. Hierdurch wird der Unternehmer und sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage verpflichtet, alles dafür zu tun, dass das abgegebene Wasser aus der Trinkwasseranlage, mindestens den Anforderungen der Verordnung entspricht.

Paragraph 4 der Trinkwasserverordnung

Hierdurch lassen sich die beiden verschiedenen Arten der Gefährdungsanalyse erklären. Eine ist als Sofortmaßnahme und die andere als Vorsorgemaßnahme zu betrachten.

Tabelle Gefährdungsanalyse

Die einfache Erklärung ist, dass die systembedingte Gefährdungsanalyse freiwillig durchgeführt werden kann und die ereignisorientierte verpflichtend durch die Trinkwasserverordnung definiert wurde. Jedoch so ganz freiwillig ist die systembedingte Gefährdungsanalyse nicht, denn im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht als Betreiber einer Wasserversorgungsanlage, kann es erforderlich sein, diese durchzuführen.

In der Durchführung unterscheiden sich beide Arten der Gefährdungsanalyse nicht. Daher wird im weiteren Verlauf die Gefährdungsanalyse nach Trinkwasserverordnung betrachtet. Diese wird am häufigsten angefertigt und ist für den Betreiber einer Trinkwasseranlage, am wichtigsten.

In einem späteren Beitrag wird die systembedingte Gefährdungsanalyse nochmals aufgegriffen. Der nächste Beitrag klärt die Frage: „Was ist eine Gefährdungsanalyse?“.

 

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